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Kuschelig aber sicher. |
Was Kinder im Herbst und Winter im Kindersitz anziehen sollten

Draußen wird es kühler, morgens wartet ein kaltes Auto vor der Tür – und plötzlich steht sie wieder im Raum: die Frage nach der richtigen Kleidung im Kindersitz. 

Jacke aus? Wollwalk anlassen? Fleece ist okay? Eine Decke darüber? Und muss das wirklich auch für die fünf Minuten bis zur Kita sein? 

Die gute Nachricht zuerst: Ihr müsst euer Kind im Auto nicht frieren lassen. Und ihr braucht auch keine komplizierte Winterausstattung. Entscheidend ist eigentlich nur ein Grundsatz: Der Gurt muss möglichst eng und direkt am Körper des Kindes anliegen können. Alles Weitere lässt sich daraus ziemlich gut ableiten.


Kuschelig aber sicher. |
Was Kinder im Herbst und Winter im Kindersitz anziehen sollten

Draußen wird es kühler, morgens wartet ein kaltes Auto vor der Tür – und plötzlich steht sie wieder im Raum: die Frage nach der richtigen Kleidung im Kindersitz. 

Jacke aus? Wollwalk anlassen? Fleece ist okay? Eine Decke darüber? Und muss das wirklich auch für die fünf Minuten bis zur Kita sein? 

Die gute Nachricht zuerst: Ihr müsst euer Kind im Auto nicht frieren lassen. Und ihr braucht auch keine komplizierte Winterausstattung. Entscheidend ist eigentlich nur ein Grundsatz: Der Gurt muss möglichst eng und direkt am Körper des Kindes anliegen können. Alles Weitere lässt sich daraus ziemlich gut ableiten.


Warum sind dicke Jacken im Kindersitz überhaupt ein Thema?

Eine Winterjacke wärmt, weil zwischen ihren Materialschichten viel Luft eingeschlossen wird. Genau dieses Volumen ist beim Anschnallen aber ungünstig. 

Denn der Gurt liegt dann nicht direkt am Körper, sondern zunächst auf der Jacke. Bei einer starken Verzögerung kann dieses weiche Material zusammengedrückt werden. Dadurch entsteht mehr Spiel zwischen Kind und Rückhaltesystem, als beim Anschnallen möglicherweise sichtbar oder spürbar war. Das gilt sowohl für die integrierten Gurte einer Babyschale oder eines Reboarders als auch später für den Fahrzeuggurt im Folgesitz. 

Der ADAC formuliert es in seinen aktuellen Empfehlungen sehr klar: "Im Idealfall gilt aber: Dicke Jacken während der Autofahrt besser ganz ausziehen."* Auch bei größeren Kindern weist der ADAC darauf hin, dass keine dicke Jacke zwischen Becken und Gurt liegen sollte.** 

Das bedeutet allerdings nicht: Im Kindersitz darf nur noch ein dünnes T-Shirt getragen werden.

Und genau da beginnt meistens die eigentliche Beratung.

"Aber was ist denn nun zu dick?"

Eine Zentimeterangabe gibt es dafür nicht. Und auch die Frage "Jacke oder keine Jacke?" greift etwas zu kurz. 

Viel entscheidender ist: Kann der Gurt nah am Körper verlaufen und lässt er sich wirklich straff anziehen? 

Ein dünner Pullover, Longsleeve, eine eng anliegende Strickjacke oder eine dünne Fleece-Schicht sind im Alltag meist unkompliziert. Bei stark wattierten Winterjacken, Daunenjacken, dicken Schneeanzügen oder sehr voluminöser Kleidung sieht es anders aus. Hier entsteht zwischen Körper und Gurt schnell eine weiche, komprimierbare Schicht. 

Kais Tipp aus der Beratung:

"Wenn ihr euch bei einem Kleidungsstück unsicher seid, schaut weniger auf das Etikett und mehr darauf, was zwischen Kind und Gurt passiert. Setzt euer Kind in den Sitz und zieht den Gurt so fest, wie ihr es sonst auch tun würdet. Liegt er trotz Kleidung körpernah an Schulter, Brust beziehungsweise Hüfte an? Oder habt ihr das Gefühl, eigentlich vor allem die Jacke festzuschnallen? 
Dieses Gefühl ist häufig schon ein ziemlich guter Hinweis."

DIE FRAGEN, DIE WIR IM HERBST IMMER WIEDER HÖREN

| Ist Wollwalk im Kindersitz erlaubt?

Eine unserer häufigsten Herbstfragen. Die Antwort lautet leider nicht einfach ja oder nein.

Wollwalk kann sehr unterschiedlich dick sein. Ein leichter, körpernah geschnittener Walkoverall verhält sich anders als ein dicker, zusätzlich gefütterter Winteroverall. Deshalb gilt auch hier: Nicht das Material entscheidet, sondern das Volumen.  

Dünne Wollkleidung kann wunderbar funktionieren. Ein sehr dicker Wollwalkanzug kann dagegen genauso viel Abstand zwischen Kind und Gurt schaffen wie eine Winterjacke. Wenn ihr beim Straffen merkt, dass der Gurt nicht mehr wirklich körpernah sitzt, würden wir die äußere Schicht für die Autofahrt ausziehen. 

| Und Fleece?

Auch Fleece ist nicht automatisch gut oder schlecht. Ein dünner Fleecepullover oder eine leichte Fleecejacke ist etwas völlig anderes als ein dicker Teddyfleece-Overall.  

Für unseren Beratungsalltag ist deshalb die einfachste Regel: Mehrere dünne Schichten sind meist die bessere Lösung als eine einzelne sehr dicke Schicht. Also zum Beispiel: Body oder Unterhemd | Longsleeve  | Pullover oder dünnes Fleece  | bei Bedarf eine Decke über das angeschnallte Kind.  

So lässt sich die Temperatur viel leichter anpassen, wenn das Auto nach einigen Minuten warm wird.

| Darf ich meinem Kind einfach eine Decke überlegen?

Ja – und das ist eine unserer liebsten Lösungen.  

Kind ohne dicke Jacke in den Sitz setzen, ordentlich anschnallen und anschließend eine Decke über Kind und Gurte legen. So bleibt das Rückhaltesystem dort, wo es hingehört – direkt am Kind – und trotzdem wird es schnell gemütlich.  

Der ADAC empfiehlt ebenfalls, dicke Jacken auszuziehen und ein korrekt gesichertes Kind stattdessen mit einer Decke zuzudecken. Und sobald das Auto warm ist, kann die Decke einfach heruntergenommen werden.  Manchmal ist die unkomplizierteste Lösung tatsächlich die beste.

| Muss die Jacke wirklich auch für die fünf Minuten zur KiTa aus?

Diese Frage verstehen wir sehr gut. Morgens Kind anziehen, vielleicht noch Geschwister einsammeln, Tasche greifen, runter zum Auto – und dann soll mitten im kalten Auto noch einmal die Jacke ausgezogen werden. 

Trotzdem verändert sich die Funktionsweise des Gurtes nicht mit der Länge der Strecke. Auch der Weg zur Kita ist eine Autofahrt. Das heißt aber nicht, dass der Morgen deshalb zum Umzieh-Marathon werden muss. 

Was sich in der Praxis bewährt:
Die Jacke öffnen, bevor das Kind ins Auto steigt. Im Sitz die dicke äußere Schicht ausziehen beziehungsweise bei größeren Kindern weit öffnen und so aus dem Bereich des Beckengurts nehmen, dass der Gurt körpernah verlaufen kann. Dann anschnallen.Anschließend Jacke oder Decke über das K

| Was ist mit Einschlagdecken und Fußsäcken in der Babyschale?

Hier würden wir genauer hinschauen. Denn bei allem, was zwischen Kind und Sitz liegt oder durch das die Gurte geführt werden, ist nicht nur die Wärme entscheidend. Solches Zubehör kann auch die Position des Kindes oder den Gurtverlauf verändern. 

Unsere Empfehlung lautet deshalb: Zubehör, das unter oder hinter dem Kind liegt, sollte für die Nutzung mit dem jeweiligen Kindersitz vorgesehen und kompatibel sein. 

Besonders bei universellen Fußsäcken, zusätzlichen Einlagen oder sehr dicken Einschlagdecken würden wir nicht einfach davon ausgehen, dass sie in jede Babyschale passen. Besonders ist darauf zu achten, dass zwischen Kind und Kindersitz nicht zu dickes Material liegt und der Fußsack oder die Einschlagdecke nicht verrutschen. 

Unser Tipp: Die Fußsäcke von VOKSI sind Crash-Test-gestestet und demnach sehr sicher... und obendrauf aus richtig guten Materialien mit ganz viel Liebe zum Detail gefertigt.  

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| Kann ich die Winterjacke einfach offen lassen?

Bei älteren Kindern, die bereits mit dem Fahrzeuggurt angeschnallt werden, kann eine geöffnete Jacke eine praktische Lösung sein. 

Wichtig ist dabei, dass der Beckengurt nicht über der dicken Jacke verläuft, sondern darunter körpernah über Hüfte beziehungsweise Oberschenkelbereich geführt wird. 

Der ADAC nennt bei dicker Kleidung ebenfalls das Öffnen des Reißverschlusses und das Herausziehen der Jacke unter dem Beckengurt als Möglichkeit – empfiehlt idealerweise jedoch das vollständige Ausziehen. 

Bei Babyschalen und Sitzen mit integriertem Hosenträgergurt würden wir es uns einfacher machen: Dicke Jacke aus, Kind anschnallen, etwas Wärmendes darüber.

| Was ist mit Ponchos?

Ein Kindersitz-Poncho ist für uns eine sehr praktische Lösung für die kalte Jahreszeit – gerade weil er zwei Dinge miteinander verbindet: Das Kind bleibt auf dem Weg zum Auto warm und kann im Kindersitz trotzdem ohne dicke Kleidung zwischen Körper und Gurt angeschnallt werden. 

Im Sitz wird der Poncho angehoben und das Kind darunter ganz normal angeschnallt. Die Gurte liegen damit direkt auf der dünneren Kleidung und können körpernah gestrafft werden. Anschließend fällt der Poncho wieder über Kind und Gurtsystem und hält ähnlich wie eine Decke warm. 

Je nach Schnitt kann der hintere Teil dabei über beziehungsweise um den Sitz gelegt werden, sodass kein dicker Stoff zwischen Rücken des Kindes und Kindersitz liegt. 

| Wie fest muss der Gurt eigentlich sein?

Straff. Das klingt banal, ist in unserer Beratung aber einer der Punkte, die wir am häufigsten gemeinsam korrigieren. 

Bei Sitzen mit integriertem Gurtsystem sollten die Gurte körpernah verlaufen und nicht locker über dem Kind liegen. Der ADAC empfiehlt ebenfalls, Hosenträger- und Fahrzeuggurte straff anzuziehen. 

Und gerade nach dem Wechsel von Sommerkleidung zu Pullover, Fleece und Co. lohnt es sich, bewusst noch einmal hinzuschauen. Denn auch Kinder wachsen. Vielleicht muss die Kopfstütze eine Position höher. Vielleicht stimmt die Schultergurthöhe nicht mehr. Vielleicht hat sich über den Sommer eine kleine Anschnallroutine eingeschlichen. 

Der Herbst ist deshalb eigentlich ein ziemlich guter Zeitpunkt für einen kleinen Kindersitz-Check.

| Und wie sieht es bei größeren Kindern aus?

Mit dem Wechsel in einen Folgesitz mit Fahrzeuggurt wird das Thema nicht weniger wichtig. 

Der Beckengurt soll über den Hüftbereich verlaufen und nicht über den weichen Bauch. Der Schultergurt gehört mittig über die Schulter. Eine dicke Jacke kann beides beeinflussen. 

Deshalb auch bei Schulkindern: Jacke öffnen oder ausziehen, Gurt korrekt führen, straff anschnallen. Gerade größere Kinder können die geöffnete Jacke anschließend oft einfach über den Gurt ziehen beziehungsweise wie eine Decke über sich legen.

"Mein Kind friert!" – unsere fünf einfachen Herbstlösungen schnell zusammengefasst

  1. Lieber mehrere dünne Schichten als eine dicke.
So bleibt der Gurt körpernah und die Kleidung lässt sich besser an die Temperatur im Auto anpassen.
  2. Die Decke gehört über das angeschnallte Kind.
Einfach, warm und der Gurt bleibt dort, wo er sein soll.
  3. Bei sehr dicker Kleidung: bitte unbedingt ausziehen.
Besonders bei wattierten Jacken, Westen und/oder Schneeanzügen.
  4. Zubehör im Sitz nicht einfach nach Gefühl ergänzen.
Liegt etwas zwischen Kind und Sitz oder kann es die Gurtführung beeinflussen, schaut unbedingt in die Anleitung.
  5. Nutzt den Saisonwechsel für einen kurzen Sitzcheck.
Gurthöhe, Kopfstütze, Gurtspannung – Kinder wachsen manchmal erstaunlich schnell aus der Einstellung vom Sommer heraus.

"Mein Kind friert!" – unsere fünf einfachen Herbstlösungen schnell zusammengefasst

  1. Lieber mehrere dünne Schichten als eine dicke.
So bleibt der Gurt körpernah und die Kleidung lässt sich besser an die Temperatur im Auto anpassen.
  2. Die Decke gehört über das angeschnallte Kind.
Einfach, warm und der Gurt bleibt dort, wo er sein soll.
  3. Bei sehr dicker Kleidung: bitte unbedingt ausziehen.
Besonders bei wattierten Jacken, Westen und/oder Schneeanzügen.
  4. Zubehör im Sitz nicht einfach nach Gefühl ergänzen.
Liegt etwas zwischen Kind und Sitz oder kann es die Gurtführung beeinflussen, schaut unbedingt in die Anleitung.
  5. Nutzt den Saisonwechsel für einen kurzen Sitzcheck.
Gurthöhe, Kopfstütze, Gurtspannung – Kinder wachsen manchmal erstaunlich schnell aus der Einstellung vom Sommer heraus.

Und jetzt bitte keine Angst vor der Winterjacke

Uns ist an diesem Thema eines besonders wichtig: Es geht nicht darum, Eltern noch eine weitere Sache zu geben, die sie im Alltag "falsch machen" können. Kindersicherheit funktioniert am besten, wenn man versteht, warum etwas empfohlen wird. 

Bei Winterkleidung ist das Prinzip sehr einfach:
Je weniger weiches, dickes Material zwischen Kind und Gurt liegt, desto besser kann das Rückhaltesystem seine Aufgabe erfüllen. Das heißt nicht, dass Kinder frieren müssen. Es bedeutet nur: erst sicher anschnallen, dann warm einpacken. 

Und wenn ihr vor eurem eigenen Sitz steht und euch trotzdem fragt, ob Wollwalk, Fußsack, Einschlagdecke oder Winterjacke bei euch funktionieren: Genau solche Fragen gehören für uns zur Kindersitzberatung dazu. Denn am Ende zählt nicht irgendeine pauschale Regel. Sondern dass Kind, Kindersitz, Auto und euer Alltag zusammenpassen.